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Studie: Junge Zielgruppen informieren sich divers und medienübergreifend

By Dezember 4, 2019 No Comments

Die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland zwischen 14 und 24 Jahren informiert sich regelmäßig zu politischen Themen und bewegt sich dabei medienkompetent durch die digitale Welt. Ein Viertel der jungen Menschen mit niedrigem Bildungsgrad nimmt jedoch kaum Anteil am politischen Geschehen. Junge Menschen beklagen zudem, dass jugendrelevante Themen seitens der Politik im Rahmen der Debatten zur Urheberrechtsreform der EU oder der „Fridays for Future“-Bewegung heruntergespielt werden. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Befragung 14- bis 24-Jähriger in Deutschland über das Informationsverhalten zu politischen Themen im Auftrag der Vodafone Stiftung.

Im Einzelnen:

  • Mehr als ein Drittel (36 Prozent) informiert sich täglich oder sogar mehrmals täglich über politische Themen.
  • Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten informieren sich mindestens einmal die Woche.
  • Gleichzeitig interessiert sich jedoch ein Viertel der jungen Menschen mit einem niedrigen Bildungshintergrund kaum für politische Themen und zeigt sich im Vergleich unsicherer im Umgang mit Fake News im Netz.
  • Zudem äußern viele Befragte Unzufriedenheit damit, wie Politiker mit jugendrelevanten Themen, wie den „Fridays for Future“ oder der Urheberrechtsreform, umgehen.

Jugendliche navigieren eine Vielzahl von Informationsquellen, nutzen diese aber jeweils themenspezifisch:

  • Die überwiegende Mehrheit (69 Prozent) gibt persönliche Gespräche mit Freunden oder Familie als Informationsquelle zu politischen Themen an.
  • Fast ebenso viele nutzen Nachrichtenseiten im Internet oder Nachrichten-Apps (67 Prozent).
  • An dritter Stelle stehen Fernsehen (58 Prozent) und Radio (42 Prozent).
  • Gedruckte Zeitungen und Zeitschriften sind für ein Viertel (24 Prozent) wichtige Informationsquellen.
  • Bei den sozialen Medien führt YouTube die Informationsquellen zu politischen Themen (32 Prozent) vor Facebook, Instagram und Twitter an.
  • Auf welchen Kanälen sich junge Menschen bewegen, hängt dabei aber maßgeblich von der Aktivierung durch das konkrete Thema ab. So dominierten bei der Debatte um das Urheberrecht, welches im Besonderen durch das Engagement junger Menschen geprägt war, soziale Medien als Informationsquelle (52 Prozent). Zum Thema Brexit geben dagegen 70 Prozent klassische Medien (Fernsehen, Radio und Zeitungen) als Informationsquelle an.

Fake News sind für junge Menschen ein alltägliches Phänomen in der Online-Medienlandschaft.

  • Rund zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) geben an, mindestens einmal in der Woche mit Falschmeldungen in Kontakt zu kommen.
  • Knapp jede/r Achte (12 Prozent) stößt sogar mehrmals täglich auf Falschnachrichten.
  • Immerhin 60 Prozent der Befragten suchen immer oder meistens nach Alternativquellen, wenn sie am Wahrheitsgehalt einer Nachricht zweifeln. Wer sich häufiger politisch informiert, nutzt dabei auch häufiger Alternativquellen. Von denen, die sich seltener als einmal in der Woche über politische Themen informieren, suchen nur 37 Prozent immer oder meistens nach Alternativquellen.
  • Mehr als 40 Prozent der jungen Menschen fühlen sich allerdings unsicher oder sogar sehr unsicher, Falschmeldungen als solche erkennen zu können.
  • Je höher der formale Bildungshintergrund, desto eher fühlen sich junge Menschen sicher oder sehr sicher darin, Falschmeldungen zu erkennen.

Methodik

Die Erhebung wurde vom Befragungsinstitut Infratest dimap durchgeführt. Die Grundgesamtheit für die Befragung bildeten deutschsprachige junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren in Privathaushalten in Deutschland, die das Internet nutzen. Die Erhebung wurde vom 29. Mai bis zum 11. Juni 2019 durchgeführt und als Online-Erhebung (Computer Assisted Web Interviewing = CAWI) angelegt. Insgesamt nahmen 2.149 Befragte an der Studie teil, davon 1.100 im Alter von 14 bis 19 Jahren und 1.049 im Alter von 20 bis 24 Jahren.